Allerweltshof: Teilentsiegelung als Modell für kommunale Nachhaltigkeit
  Einzelne Bündnismitglieder konnten mit Expertise und Erfahrung unterstützen, die z.B. ökoRAUSCH die bereits eine kleinere Entsiegelung im Bürgerzentrum Ehrenfeld realisieren konnten. Außerdem konnte sich mit der Thematik der Essbaren Stadt auseinandergesetzt werden. Wertvolle Hinweise kamen auch zu Pflanzen, die an den Klimawandel angepasst sind oder besser mit den sich veränderten Bedingungen arrangieren können. Wie lokale Initiativen, Wissenschaft und Nachbarschaft gemeinsam stark versiegelte Flächen in grüne Begegnungsräume verwandeln und soziale wie partizipative und ökologische Ziele verbinden. Im Folgenden teilen wir einen Einblick in den Beteiligungsprozess der Teilensiegelung, die Bauwoche, die Begrünung und einen kurzen Ausblick auf die langfristigen Wirkungen für Ehrenfeld und darüber hinaus.

Beteiligungsprozess
Aufbauend auf einem intensiven Beteiligungsprozess, der als demokratisches Fundament des Projekts angelegt war, brachten sich Aktive aus dem Umfeld des Allerweltshaus, Anwohner*innen sowie neu hinzugekommene Ehrenamtliche gleichberechtigt ein. Der Prozess verstand sich ausdrücklich als gemeinsamer Lern- und Aushandlungsraum, in dem unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Bedarfe sichtbar wurden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu SDG 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 16 (friedliche, inklusive und partizipative Entscheidungsprozesse).
Auf dieser Grundlage entwickelten Studierende des bau.labor der Architekturfakultät der TH Köln drei Zukunftsvisionen für den Allerweltshof. Diese wurden gemeinsam diskutiert, auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und iterativ weiterentwickelt. Das daraus hervorgegangene Gesamtkonzept bildet die Basis für die Umsetzung, die im Rahmen der Bauwoche vom 4. bis 8. August 2025 begann.

Umsetzung der Bauwoche
Der operative Auftakt der Maßnahmen erfolgte im Rahmen einer kooperativen Bauwoche, die von zivilgesellschaftlichem Engagement und fachlicher Begleitung geprägt war. Mit Unterstützung eines Baggers der Firma HKL konnten nach einer fachgerechten Einweisung alle Beteiligten aktiv in die Entsiegelungsarbeiten eingebunden werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem ressourcenschonenden Umgang mit Materialien: Rund 105 Quadratmeter Asphaltfläche wurden schadlos zurückgebaut. Der zuvor im UCL-Labor geprüfte Asphalt wurde sortenrein aufbereitet und für eine Weiterverwendung gesammelt. Damit verbindet das Projekt praktische Umsetzung mit Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Sinne nachhaltiger kommunaler Entwicklung.

Begrünung und Freiraumgestaltung
Zur ökologischen Aufwertung der entsiegelten Fläche stellte das Grünflächenamt der Stadt Köln mehrere Tonnen Mutterboden zur Verfügung. Auf dieser Grundlage entsteht schrittweise ein begrünter Aufenthalts- und Begegnungsraum, der sowohl zur Förderung urbaner Biodiversität als auch zur Verbesserung des Mikroklimas beiträgt. Die wiederverwendeten Asphaltstücke wurden in Gabionen integriert und dienen nun als Sitzgelegenheiten sowie als statisches Element für einen Fahrrad- und Werkzeugunterstand. Die Maßnahmen zahlen damit insbesondere auf SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) sowie SDG 15 (Leben an Land) ein und verdeutlichen den Mehrwert integrierter Freiraumplanung.

Dank an Unterstützer und Ausblick
Die Umsetzung der Teilentsiegelung war nur durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher Akteur*innen möglich. Neben der TH Köln und dem bau.labor gilt der Dank der HKL BAUMASCHINEN GmbH, dem UCL Labor Köln, Odonien, dem Petershof, der Kolbhalle, Gabiona, dem Grünflächenamt der Stadt Köln sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten, die das Projekt mit Know-how, Material und Arbeitskraft unterstützt haben.
Die Teilentsiegelung des Allerweltshofs ist als langfristiger Prozess angelegt und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur ökologischen Aufwertung, zur sozialen Nutzung von Stadträumen und zur Stärkung lokaler Resilienz. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie kommunale Nachhaltigkeit im Zusammenspiel von Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft konkret umgesetzt werden kann und dabei ökologische, soziale und planerische Ziele miteinander verbindet.